Dank und Zufriedenheit
Ich will ihr danken, der Natur, der stummen,
Für jeden Tag, den sie mich noch gewähren läßt.
Das Denken geht genau so flink wie eh und je,
Nur die Bejahung zögert länger jetzt als in der Jugend.
Auch über's Träumen wüßt ich nicht zu klagen:
Noch immer fallen sie mich täglich an, die
Nachtgesichte, die, bei aller Inbrunst, kaum und
Selten schlüssig sich, entfaltet, lesen lassen.
Viel leichter aber fällt es mir, als früher,
Den Menschen um mich her mit Danken zu begegnen,
Wenn sie mir, heiter oder nicht, zu meinem Nutzen
Oder meiner Freude gelassen schenkend etwas Gutes taten.
Doch meine größte Freude, alle Zeit, ich will's gestehen,
Sind nach wie vor die Bücher, diese stummen Boten,
Die schweigend redend uns von Dingen Nachricht geben,
Die niemals wir gekannt, würden nicht sie
Mit ihren schwarz gefüllten Seiten voller heller Worte
Erklären uns die Überfülle einer Gedankenwelt,
Die auch bestünde, würden nicht wir es seien, die
Mit Eifer und mit großer Liebe uns Tag und nächtlich sich
Mühten, das an andern Orten und zu andern Zeiten von
Andern Köpfen klug und schlüssig für uns Vorgedachte
Mit Einsicht und Verwunderung, doch dankbar, nachzufühlen.
So also will ich danken ihnen, dem Geschicke auch und
Der Natur, die gnädig, huldvoll, mir dies Maß bereiten.