Mainzer Dom


Tausend Jahre deme Dienste ragen
Auf zu dem, der diese Erde schuf
Dreimal hundertausend lange Tage
Bist du Haus des Glaubens an den Herrn.
Täglich dreimal deine Glocken rufen:
Hoch die Herzen! Hoffi und fürchtet nicht.
Kommt und ladet alle Seelenlasten
Auf den einen, der sie gerne trägt.

Reiche sahst du kommen und vergehen,
Hieltest stand dem Wandel aller Zeit,
Branntest, stürztest, deine Mauern schrieen,
Auferstandest dennoch wie der Herr.
Ungebrochen ragen deine Pfeiler
Aufgerichtet aus dem roten Stein,
Stehn als Zeichen fester Gottestreue,
Tragen wieder sicher Daches Last.

Auch wer glaubenslos dein Tor durchschreitet,
Weil er Spuren der Geschichte sucht,
Hoffend, von der Menschenkraft zu spüren,
Die geduldig Steine brachte in die Form,
Welche allen Nöten widerstanden,
Findet hier, auch wenn er überrascht,
Eine Antwort auf die große Frage:
Wozu lebt der Mensch mit seiner Not.