Richtfest
Willst du ein Haus bau’n
Mußt du erst mal träumen:
Du schließt die Augen,
Und du siehst das Ziel:
Vier starke Mauern und
Ein festes, stolzes Dach.
Ein Haus ist Heimat,
Und die stärkt das Herz.
Doch ein geplantes Haus
Ist anfangs wirklich nur ein Traum.
Da mußt du viele Wege geh’n,
Sich deinem Ziele anzunähern.
Auch baut man so ein Haus
Aus guten Gründen nie allein.
Zuerst braucht man den Partner,
Der mit einem lieb und treu
Den gleichen Traum träumt,
Wie zuvor man selbst.
Dann braucht man Rat und Tat und
Eine feste, starke Stütze.
Die geben deine Eltern dir,
Sie kennen diesen Traum
Und geh’n bedachtsam, klug,
Den Weg mit dir zum klaren Ziele.
Sind die Gedanken schließlich
Sorgsam unter Dach und Fach
Gebracht, die Pläne fertig und
Das liebe, harte Geld bereit,
Dann heißt es Könner finden,
Die die Baukunst achten.
Mit fester Hand und mit
Der Kraft der Technik wird
Zu allererst die Erde aufgerissen,
Denn ohne ihren festen Stand
Wär‘ doch vergebens alle Müh‘.
Auf festem Grund soll’s stehn: Das Haus.
Noch gähnt die Grube klaftertief,
Man steht davor und hofft,
Es möge alles gut gelingen.
Der Bagger schwindet und
Ein hoher Kran rollt an,
Die Last der Steine leicht zu heben.
Dann legt man Rohre tief hinein,
Damit sie lebenslang geleiten,
Was flüssig dieses Haus verlassen soll.
Und siehe da: Schon stehen sie herum,
Die Steine alle, grau und schweigend,
Und warten auf des Maurers Hand.
Und eh‘ du dich versiehst,
Steh’n schon des Kellers Mauern,
Liegt schon die erste feste Decke auf.
Schau hin und glaube fest und arglos:
Auf diesem harten Boden soll das
Glück gedeihen derer, die hier bau’n.
Noch einmal feste Mauern
Im Viereck senkrecht aufgerichtet,
Schon schauen dich der Fenster
Dunkle Höhlen schwarz und fragend an
Und sagen raunend dir: Schau her,
Aus diesen Fenstern schaut ihr in die Welt.
Die zweite Decke folgt, dann
Hat man sie aufgerichtet: Balken,
Fest gefügt, solid des Daches Last zu tragen.
Und wieder: Eh‘ du dich versiehst,
Krönt dieses Werk der Richtkranz,
Wird der Richtspruch laut gesprochen.
Der Richtspruch will nicht richten,
Nein, er ist doch nur ein großes AMEN,
Und will gerecht sein gegen jedermann,
Der dieses Haus gegründet und gefördert.
Und Amen heißt: So sei es, fromm,
Dem schließe man sich lobend an: Glück auf.