Sinn
Die Welt, du glaubst es, oder nicht,
Ist selber völlig ohne Sinn, denn
Sinn ist eine Produktion,
Die einen Produzenten fordert,
Der für einen produktbewußten
Anderen Produzenten produziert.
Nennt man ihn Alter, der
Sprechend unterscheidet, was
Er bezeichnet im Sinngebäude
Seiner eigenen Sinnwelt, die
In aller gemeinten Bedeutung
Sich gründet auf die sozial uns
Angelieferte Plausibilität der Worte
Mit ihrer schier unerschöpflichen
Anschlußfähigkeit, so muß
Der Alter hoffen, und diese Hoffnung
Ist begründet durch soziale Praxis,
Muß also, und darf, hoffen, dass
Ego, als der Hörer des Gesagten,
Dem aufmerksam Erlauschten in
Seiner eigenen Sinnproduktion,
Operativ in schnellen kurzen
Folge-Schritten des im SELBST
Erzeugten Vorgang des Begreifens
Sich seinerseits nun einen Sinn
Erzeugt in der weltenzeugenden Gewißheit:
Das Bewußtsein psychischer Systeme
Kommuniziert nicht, es nimmt wahr,
Was es wahrnimmt, und es verpaßt,
Was es verpassen muß, weil ihm
Fehlen mag die anschlußfähige Vokabel,
Die im sozial kommunizierten Talk
Den Sinn generiert, der dem
In der verschobenen Verschiebung,
Differancegleich, weil eben ein Satz
Kein Satz ist, und eine Kommunikation
Infolgedessen eben keine Kommunikation,
Obgleich, man sollte es bedenken stets und
Nie vergessen im Eifer aller lärmbasierten Rede:
Es zählt durchaus, und unabweisbar, in
Der gesamtgesellschaftlichen Kommunikation:
Ein jeder Fluch der Ruderer auf den Galeeren.
So hat's gesagt der große Luhmann selig,
So steht's im Sinnraum der sprechend-gesprochenen,
Der hörend-gehörten und, zeichengebundenen,
Unterschieden-unterscheidenden Sinnwelt einer
Aus bezeichnend-bezeichneten, Sinnpartikel
Tragenden und ertragenden Wortwelt als
Ontologiefreies "Sinngebäude", an dem sie
Alle bauen, die solidarisch sich getragen wissen
Vom Sinn in ihrem ureigenen gesellschaftlichen
(Nicht-seienden), aber lebbaren, Sein.