Sommerpause



Draußen, vor der Hafenkulisse,
Dümpelt der Sommer wie alle die
Boote im regengerauhten Wasser.

Nach einem heftigen, kurzen Regen,
Beim Blick durch die großen, nunmehr
Nur schwach durchsichtigen Scheiben
Des MCM-Hausboots sind es die
Auf den Scheiben haftenden Tropfen,
Die den Blick fangen und den Eindruck,
Die Wahrnehmung, bestimmen:

Die schnell ziehenden Haufenwolken,
Grellweiß bis trübgrau, sie sind es,
Die uns die Botschaft suggerieren:
Nichts bleibt, wie es ist. Alles wandelt sich,
Auch der Wandel.

Die Selbstreflektion der Natur
Liegt fest im Auge des Betrachters,
Und der schwelgt genüßlich in seiner Sinnwelt:
Wenn es ihm gut geht.

Im andern Falle:
Wird er ziehen alle Register seiner verbesserungsfreudigen,
Fortschrittssüchtigen Veränderungsmanie, denn
Nicht ertragen kann er, daß diese Welt
Sich nicht richtet nach seinem Willen und
Nach seinem Wort, mit dem er sie beschreibt,
Die Welt, die ohnehin nichts ist als eine
Selbstgemachte Fremdbeschreibung der
Außenwelt, der unergründlichen, zum
Eignen Nutzen, weil es ohne dies nicht ginge.

So sitzt er sinnend-murrend im Lokal und
Überläßt, was bleibt ihm anders übrig:
Dem lieben Lieben Gott die Welt,
Mag der sie nun gemacht haben oder nicht,
Denn ihm, dem Gast auf dieser Kugel, bleibt
Eben weiter nichts doch das ist viel, sie
Zu beschreiben, diese Welt,
So gut er eben kann.