Stimme und Wirkung


Ihr Name selbst
Klingt wie Musik:
Er ist Musik und
Regt die Seele an.

Ihre Gestalt ein
Hohes C des Ausdrucks:
Rot/Schwarz gekleidet
Umfließt der Stoff die Form.

Ihr stolzes Haupt
Schmückt dunkles Haar:
Liegt locker an und
Leicht gescheitelt schwingt es.

Ihr offenes Gesicht
Schaut auf des Lebens
Notenblatt, strahlt Takt
Und Rhythmus selber aus.

Ihre Hände, still,
Nimmt sie zurück,
Wenn im Duett sie steht
Neben dem Pult der Partnerin.

Ihr Mund, ihr Götter,
Ist offen und aktiv,
Formt allen Klang und gar
Den Hauch auch arger Konsonanten.

Ihr Stand ist fest,
So steht sie sicher, doch
Verhalten vor dem Publikum,
Gefaßt des Meisters Einsatz harrend.

Ihr Klang ist frei,
Klar, grad wie sie selbst,
Er fließt berückend ein
Ins offene Ohr des Hörers.

Ihr Herz scheint heiter,
Dabei fest die Stimme,
Wenn sie spricht und
Unverfälschtes Denken zeigt.

Ihr Bild ruht nun
Als Traumanreger tief
In des erinnernden Betrachters
Seele, läßt ihn lächelnd hoffen.

Es ist die Hoffnung
Auf ein Wiedersehn,
Ein Wiederhören und
Ein liebevolles Dankabstatten.

[Für Nadja Salameh]

(Rudi Sander, 19. Juni 2004)